Das Wichtigste in Kürze
- Beratung oder ein Workshop kostet einmalig rund 500 bis 3.000 Euro, alle Spannen in diesem Beitrag sind unsere Marktbeobachtung, netto und kein Angebot.
- Teilbetreuung mit Content-Erstellung liegt bei rund 500 bis 1.500 Euro im Monat, Vollbetreuung mit Strategie, Community und Reporting bei rund 1.500 bis 5.000 Euro im Monat.
- Freelancerinnen und Freelancer sind meist günstiger als Agenturen, bringen aber selten die volle Bandbreite an Strategie und Reporting mit.
Was kostet Social-Media-Betreuung für einen sozialen Träger?
Nach unserer Marktbeobachtung liegen die Preise, netto und ohne konkretes Angebot, zwischen rund 500 Euro im Monat für eine schlanke Teilbetreuung und rund 5.000 Euro im Monat für eine Vollbetreuung mit mehreren Kanälen. Einmalige Beratung oder ein Workshop kosten separat rund 500 bis 3.000 Euro, ebenfalls nach unserer Marktbeobachtung, netto und ohne Angebot. Wo Ihr Träger in dieser Spanne landet, hängt vor allem von Kanalzahl, Frequenz und davon ab, ob Sie Video- oder reine Bildinhalte produzieren.
Eine kleine Kita mit einem Kanal und wenigen Beiträgen im Monat liegt eher am unteren Rand dieser Spanne. Ein Trägerverbund mit mehreren Einrichtungen, laufendem Recruiting-Bedarf und mehreren Kanälen landet eher am oberen Rand, schon weil Abstimmung und Freigaben mit mehreren Standorten mehr Zeit kosten.
Verbände wie der Bundesverband Digitale Wirtschaft beobachten den Markt für digitale Dienstleistungen laufend, feste Preislisten gibt es aber auch dort nicht, weil der Aufwand von Träger zu Träger stark schwankt.
Welche Modelle gibt es, und was kosten sie ungefähr?
In der Praxis sozialer Träger haben sich vier Modelle etabliert, die sich in Aufwand und Kosten deutlich unterscheiden.
- Eigenleistung mit Schulung: Ihr Team übernimmt Planung und Umsetzung selbst, eine externe Schulung oder ein Workshop kostet einmalig rund 500 bis 3.000 Euro.
- Teilbetreuung: Eine Agentur oder Freelancerin übernimmt die Content-Erstellung, Sie behalten Freigaben und Community-Kontakt, rund 500 bis 1.500 Euro im Monat.
- Vollbetreuung: Strategie, Content, Community-Management und Aufbereitung von Kennzahlen liegen extern, rund 1.500 bis 5.000 Euro im Monat.
- Recruiting-Kampagne: Eine zeitlich begrenzte Kampagne für offene Stellen kommt zusätzlich zur laufenden Betreuung, mit einem Mediabudget von rund 300 bis 2.000 Euro im Monat.
Freelancerinnen und Freelancer sind für Teilbetreuung meist günstiger als Agenturen, bei Vollbetreuung mit mehreren Kanälen und Reporting stoßen sie eher an Kapazitätsgrenzen. Branchenverbände wie der Bitkom beobachten solche Marktentwicklungen für die Digitalwirtschaft insgesamt, spezifische Zahlen für soziale Träger veröffentlichen sie nicht.
Welches Modell passt, hängt vom Ziel ab. Geht es vor allem um laufende Öffentlichkeitsarbeit und ein ruhiges, verlässliches Bild nach außen, reicht häufig eine Teilbetreuung. Steht eine konkrete Recruiting-Kampagne für schwer zu besetzende Stellen an, lohnt sich meist eine Vollbetreuung oder eine zusätzliche Kampagne obendrauf.
Was treibt die Kosten nach oben?
Der größte Kostentreiber ist die Zahl der bespielten Kanäle: Wer Instagram, LinkedIn und Facebook parallel pflegt, zahlt mehr als für einen einzelnen Kanal. Danach folgt die Frequenz, also wie viele Beiträge pro Woche geplant sind.
- Video statt Bild: Bewegtbild braucht mehr Produktionszeit als ein Foto mit Text.
- Drehtage vor Ort: Ein Termin in der Einrichtung kostet zusätzlich Anfahrt, Vorbereitung und Zeit vor Ort.
- Community-Management: Wer Kommentare und Nachrichten zeitnah beantwortet, braucht dafür feste Zeitfenster.
- Reporting: Regelmäßige Auswertungen mit Ableitungen kosten mehr als eine reine Zahlenliste.
- Freigaben mit Kinderschutz: Prüfschleifen für Bildrechte und Einwilligungen verlängern den Prozess, Orientierung dazu bieten die Orientierungshilfen der Datenschutzkonferenz der Aufsichtsbehörden.
- Mehrere Standorte oder Einrichtungen: Steuert ein Trägerverbund mehrere Häuser über einen Kanal, wächst der Koordinationsaufwand für Themenplanung und Freigaben deutlich.
Was können Sie selbst leisten, und wo lohnt sich Hilfe?
Viele Träger decken Grundlagen intern ab: Fotos aus dem Alltag sammeln, kurze Texte schreiben, Termine für Beiträge im Team abstimmen. Eng wird es meist bei Strategie, Bildsprache, Videoschnitt und bei der Zeit für regelmäßige Freigaben.
Externe Hilfe lohnt sich vor allem dort, wo Fachwissen fehlt oder wo Zeit strukturell nicht vorhanden ist, etwa bei Videoproduktion, bei der Entwicklung einer Content-Strategie oder beim Aufbau einer Recruiting-Kampagne für einzelne Stellen.
Praktisch bewährt sich häufig eine klare Aufgabenteilung: Ihr Team liefert O-Töne, Fotos aus dem Alltag und die fachliche Freigabe, eine externe Fachkraft übernimmt Bildbearbeitung, Textfeinschliff und die Planung im Redaktionskalender.
Welche versteckten Kosten sollten Sie einplanen?
Neben dem eigentlichen Honorar entstehen häufig Kosten, die in einem ersten Angebot nicht auftauchen.
- Freigabeschleifen: Jede zusätzliche Abstimmungsrunde im Team oder mit der Leitung kostet Zeit auf beiden Seiten.
- Bildrechte: Lizenzen für Fotos, Musik oder Vorlagen sind selten im Grundpreis enthalten.
- Datenschutz: Einwilligungen einholen, dokumentieren und verwalten braucht eigene Prozesse, besonders bei Kindern und Jugendlichen, Grundlagen dazu erläutert die Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit.
- Wechsel der Ansprechperson: Wechselt eine Agentur oder Freelancerin die Betreuung, kostet die Einarbeitung in Träger, Zielgruppe und Freigabewege zusätzliche Zeit, bevor die Qualität wieder auf dem alten Stand ist.
Fragen Sie ein Angebot deshalb gezielt danach, was es abdeckt und was zusätzlich berechnet wird.
Wie budgetieren Träger Social Media sinnvoll?
Ordnen Sie Social Media zuerst einem Ziel zu: Öffentlichkeitsarbeit und Vertrauen oder Personalgewinnung. Beides lässt sich verbinden, braucht aber unterschiedliche Budgetlogiken, weil Recruiting-Kampagnen häufig aus dem Personalbudget finanziert werden, laufende Öffentlichkeitsarbeit eher aus Mitteln für Kommunikation.
Prüfen Sie außerdem, ob Zuwendungsgeber oder Kostenträger Digitalisierungs- oder Personalmarketing-Budgets vorsehen, aus denen sich Teile der Betreuung finanzieren lassen. Einen Überblick über Förder- und Rahmenbedingungen in der Kinder- und Jugendhilfe bietet das Jugendhilfeportal, fachliche Einordnung liefert auch die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe.
Legen Sie intern fest, welcher Anteil aus Mitteln für Öffentlichkeitsarbeit kommt und welcher aus dem Personalmarketing, damit sich der Erfolg später dem richtigen Ziel zuordnen lässt und Rückfragen beantwortet werden können.
Woran erkennen Sie ein faires Angebot?
Ein faires Angebot benennt Leistungsumfang, Reporting, Laufzeit und Kündigungsfrist klar und ohne Kleingedrucktes.
- Leistungsumfang: Wie viele Beiträge, welche Kanäle, wer erstellt was.
- Reporting: Welche Kennzahlen, in welchem Rhythmus, mit welcher Einordnung.
- Laufzeit: Mindestlaufzeit und Verlängerungslogik.
- Kündigung: Frist und Bedingungen, auch für einzelne Leistungen.
- Referenzen: Beispiele aus der Arbeit mit sozialen Trägern, nicht nur aus der freien Wirtschaft.
Seien Sie zurückhaltend bei Anbietern, die feste Reichweiten oder Bewerbungszahlen versprechen: Das lässt sich seriös nicht zusagen.
Wann rechnet sich das?
Social Media rechnet sich, wenn es an ein klares Ziel gekoppelt ist, etwa eine offene Stelle, ein wiederkehrender Fachkräftebedarf oder sichtbares Vertrauen bei Eltern und Kostenträgern. Ohne Ziel bleibt die Investition schwer zu bewerten.
Rechnen Sie eher in Quartalen als in einzelnen Wochen: Vertrauen und Reichweite bauen sich über mehrere Monate auf, nicht über eine einzelne Kampagne oder einen einzelnen viralen Beitrag.
Ob sich der Aufwand für Ihren Träger lohnt und mit welchen Erwartungen Sie realistisch rechnen können, ordnen wir im Beitrag Lohnt sich Social Media für Jugendhilfeträger? ein.
Häufige Fragen
Lohnt sich eher eine Freelancerin oder eine Agentur?
Für eine schlanke Teilbetreuung reicht häufig eine Freelancerin oder ein Freelancer. Sobald mehrere Kanäle, Reporting und Kampagnenplanung zusammenkommen, stößt eine Einzelperson eher an Kapazitätsgrenzen als ein Team.
Wie lange sollte ein Vertrag mit einer Agentur laufen?
Üblich sind Mindestlaufzeiten von einigen Monaten, damit sich Strategie und Content entwickeln können. Achten Sie darauf, dass danach eine Kündigung mit klarer Frist möglich ist.
Was passiert, wenn wir mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind?
Seriöse Anbieter planen ausreichend Korrekturschleifen ein und überarbeiten die Inhalte gemeinsam mit Ihnen, bis das Ergebnis zu Ihrem Träger passt und Sie sich damit identifizieren können. Zusätzlich sollte das Angebot klar regeln, wie mit Änderungswünschen umgegangen wird und mit welcher Frist einzelne Leistungen oder der gesamte Vertrag gekündigt werden können. Klären Sie diese Punkte am besten vor Vertragsabschluss, nicht erst dann, wenn Unzufriedenheit entsteht.
So unterstützen wir Träger bei Social Media
Wir begleiten Träger der Kinder- und Jugendhilfe, der Eingliederungshilfe und Kitas beim Aufbau eines professionellen und regelmäßigen Social-Media-Auftritts. Dafür entwickeln wir gemeinsam eine passende Strategie und erstellen in der Regel zwei Beiträge pro Woche, beispielsweise als Bildbeitrag, Video oder Beitrag mit mehreren Seiten. Dabei zeigen wir nicht nur die Angebote des Trägers, sondern geben auch authentische Einblicke in das Team, den pädagogischen Alltag und die Haltung der Einrichtung.
Alle Beiträge werden vor der Veröffentlichung zur Prüfung bereitgestellt. Der Träger kann sie freigeben oder direkt Änderungswünsche hinterlassen. Anschließend übernehmen wir die Planung und Veröffentlichung auf den vereinbarten Social-Media-Kanälen. So müssen Sie lediglich aktuelle Informationen, Fotos und Einblicke aus ihrem Arbeitsalltag liefern, um die Themenplanung, Gestaltung, Texte und regelmäßige Veröffentlichung kümmern wir uns.
Wenn Sie Ihre Situation und mögliche Modelle unverbindlich einordnen möchten, sprechen wir gern mit Ihnen.

